Eichenprozessionsspinner ist in Rheinauwäldern wieder aktiv 12.07.2010
Der Eichenprozessionsspinner ist wieder aktiv. Beim Gesundheitsamt des Landratsamtes Emmendingen gingen mehrere Hinweise ein, wonach sich in den vergangenen Wochen vermehrt Menschen mit Krankheitssymptomen in Arztpraxen vorstellten, die durch den Kontakt mit dem Eichenprozessionsspinner verursacht wurden. Überwiegend kam es dabei zu Symptomen einer so genannten Raupendermatitis. Sie äußert sich durch starken Juckreiz und sichtbare Hautreaktionen wie z.B. insektenstichartige Bläschen, nesselsuchtartige Quaddeln oder rot entzündete Haut, die auch flächenhaft schmerzhaft sein kann. Diese Hautentzündungen entwickeln sich in der Regel unmittelbar nach Kontakt mit den Raupenhaaren des Eichenprozessionsspinners und verstärken sich bis zu einem Tag nach dem Kontakt. Zudem kann es zu akuten Bindehautentzündungen und starker Schwellung der Augenlider sowie zu Entzündungen der oberen Luftwege mit Bronchitis, Schwellung der Nasenschleimhaut und ähnlichem kommen. Auch allergische Schockreaktionen sind durchaus möglich.
Die Patienten hatten sich überwiegend in den Auewaldungen des Landkreises aufgehalten. Nach Mitteilung des Kreisforstamtes ist derzeit starker Eichenprozessionsspinnerbefall im Naturschutzgebiet Johanniter-Wald zwischen Kenzingen und Weisweil festzustellen. Aber auch in den Rheinauewaldungen zwischen Rheinhausen und Sasbach sowie im Bechtalerwald und dem Teninger Allmendwald wurden befallene Eichen festgestellt.
Zur Bekämpfung teilt das Kreisforstamt mit, dass lediglich eine punktuelle Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners an Einzelbäumen in Gebieten mit hoher Besucherfrequenz zum Beispiel an Badeseen und öffentlichen Plätzen erfolgt. Im Wald werden aus Gründen des Naturschutzes keine Pflanzenschutzmittel gegen das Insekt eingesetzt.
Den Waldbesuchern wird von Kreisforstamt und Gesundheitsamt empfohlen, die genannten Waldgebiete gegebenenfalls zu meiden. Auf keinen Fall sollten die Waldwege verlassen werden. Über die gesundheitlichen Risiken durch den Eichenprozessionsspinner sowie über erforderliche Vorsichtsmaßnahmen klärt auch ein Merkblatt unter www.landkreis-emmendingen.de (und dann Gesundheit > Gesundheitsamt anklicken) auf.



