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Erfolgreicher Amphibienschutz in Endingen
Erstelldatum25.02.2025
Ehrenamt und Behörden ziehen bei der Krötenwanderung am Texaspass an einem Strang.
Jedes Jahr im Frühjahr begeben sich zahlreiche Amphibien auf ihre Wanderung zu den Laichgewässern – ein gefährliches Unterfangen, wenn Straßen ihre Route kreuzen. In Endingen engagieren sich seit zwei Jahren fünf ehrenamtliche Helferinnen gemeinsam mit der Stadtverwaltung, der Straßenmeisterei und der Unteren Naturschutzbehörde des Landratsamts Emmendingen für den Schutz dieser Tiere.
Im Bereich des Regenrückhaltebeckens „Ohnestal“ bei Kiechlinsbergen überwintern Frösche und Kröten in den umliegenden Rebböschungen. Auf dem Weg zu ihrem Laichgewässer müssen sie die Kreisstraße 5127, den sogenannten Texaspass zwischen Oberbergen und Kiechlinsbergen, überqueren – eine gefährliche Strecke für die vergleichsweise langsamen Tiere. Da alle heimischen Amphibienarten unter Naturschutz stehen, wurde nach einer Lösung gesucht, um sie zu schützen und ihren Lebensraum zu verbessern.
Amphibienzaun entlang der betroffenen Stelle
Auf Anregung der Unteren Naturschutzbehörde wurde deshalb im vergangenen Jahr erstmals von der Straßenmeisterei ein Amphibienzaun entlang der betroffenen Stelle errichtet. Dieser wurde von den fünf engagierten Naturschützerinnen betreut, die über 400 Tiere sicher über die Straße tragen konnten. Am Freitag, 21. Februar 2025 wurde der Zaun in diesem Jahr wieder aufgebaut und wird erneut durch das ehrenamtliche Engagement der fünf ehrenamtlichen Helferinnen betreut.
Parallel dazu wurden durch die Stadt Endingen Maßnahmen zur Verbesserung des Lebensraums ergriffen. So wurden im Regenrückhaltebecken einige Gehölze entfernt, um die Qualität des Laichgewässers zu steigern. „Diese Kombination aus technischem Schutz durch den Zaun und der ökologischen Aufwertung des Habitats ist aus naturschutzfachlicher Sicht besonders wirkungsvoll“, erklärt Holger Arnold, Fachkraft Naturschutz beim Amt für Bauen und Naturschutz des Landratsamts Emmendingen.
Schwinden der Population ist deutlich sichtbar
Bei den Amphibien ist das Schwinden der Populationen deutlich sichtbar: Die meisten Bestände im Landkreis Emmendingen aber auch überregional sind um bis zu 80 % eingebrochen. Die Ursachen sind vielseitig. Meist ist es eine Kombination aus Lebensraumverlust insbesondere von Laichgewässern, Umwelteinflüssen wie vermehrte Trockenereignisse und eingeschleppte Krankheiten und Tierarten. Der Amphibienschutz in Endingen zeigt jedoch, dass durch gemeinsame Anstrengungen und gute Zusammenarbeit zwischen Kreisverwaltung, Straßenmeisterei, ehrenamtlichen Helferinnen und der Stadtverwaltung konkrete Erfolge im Artenschutz erzielt werden können.







