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Bernhard Baumann ist seit dem 1. Juni 2025 ist im Ruhestand
Erstelldatum02.06.2025
Er war 26 Jahre lang Revierförster in Obersimonswald und zuletzt für die forstliche Förderung im Landkreis Emmendingen zuständig.
Dass Bernhard Baumann Förster wird, war während seiner Schulzeit nicht bereits in Stein gemeißelt. Er hätte sich auch ein Informatik- oder Elektrotechnik-Studium vorstellen können. „Die Liebe zur Natur und das breite Spektrum an interessanten Themen haben dann den Ausschlag für den Beruf des Försters gegeben“, erzählt er. Seit dem 1. Juni ist er jetzt im Ruhestand, bereut hat er seine Berufswahl nie, und beim Wort „Ruhestand“ lacht er. „Viel Ruhe werde ich wohl nicht haben, ich habe mehr Projekte, als ich Zeit habe.“ Er ist im Klimaschutzarbeitskreis tätig, engagiert sich im kommunalen Kino Klappe11, sitzt im Waldkircher Gemeinderat, will sein Elternhaus in Gengenbach energetisch sanieren und in den kommenden zwei Jahren noch einmal nach Tansania zurückkehren.
Dorthin war er 1990 mit Ehefrau und vier kleinen Kindern nach seinem Forst-Studium in Rottenburg und sechs Jahren bei der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt Freiburg für 3,5 Jahre gereist, um Entwicklungshilfe zu leisten, genauer gesagt ging es um ein Aufforstungsprojekt. „Das Ziel war es, den Erhalt der wenigen dort vorhandenen Wälder zu unterstützen und Bäume zu pflanzen. Die Baumarten sind zwar natürlich komplett andere als hier bei uns im Schwarzwald, aber die Natur funktioniert im Großen und Ganzen ja überall gleich.“ Das Projekt gibt es noch immer, und er und seine Familie haben bis heute enge Beziehungen zu dem Land und den dortigen Menschen.
Revierförster in Obersimonswald
Nach der Zeit in Tansania war Bernhard Baumann 26 Jahre lang Revierförster in Obersimonswald. „Das war natürlich ein großer Schritt, aus Tansania in ein Dorf mit einem Waldanteil von über 80 Prozent zu kommen – aber dort wie hier wohnten wir in einem kleinen Dorf im ländlichen Raum und es war überraschend, wie viele Ähnlichkeiten es trotz der großen Unterschiede gab“, so Baumann.
Obersimonswald hat einen großen Anteil an Privatwald, das bedeutet im Unterschied zum öffentlichen Wald eine große Vielfalt in Sachen Bewirtschaftung. „Als Revierförster arbeitet man mit den Privatwaldbesitzern zusammen, indem man sie bei der Bewirtschaftung berät und unterstützt. Die einen nutzen dieses Angebot mehr, die anderen weniger. Langweilig wird es jedenfalls nie“, sagt Baumann.
Besonders anspruchsvoll sei natürlich die Zeit nach dem Sturm Lothar 1999 gewesen, aber auch die extremen Trockenjahre danach mit dem Problem des Borkenkäfers und die Thematik Klimawandel hätten immer wieder für Sondersituationen gesorgt. „Durch den Klimawandel lässt ganz einfach die Planbarkeit nach“, erklärt Baumann. „Was jahrzehntelang für die Waldbewirtschaftung galt, gilt plötzlich nicht mehr. Die Regeln werden neu geschrieben und man kann nicht vorhersagen, wie die Zukunft wird, nur vermuten, welche Baumarten in welchem Gebiet hoffentlich gut zurechtkommen.“
Nach über einem viertel Jahrhundert als Revierförster wechselte Bernhard Baumann 2020 intern zum Fachbereich Förderung und Flächenmanagement im Forstamt, wo er für die forstliche Förderung im gesamten Landkreis Emmendingen zuständig war. Am 30. Mai hatte er nun seinen letzten Arbeitstag, wobei ihm, wie weiter oben beschrieben, die Arbeit bestimmt nicht ausgehen wird und ihm dann hoffentlich noch reichlich Zeit für die Großfamilie bleibt.







