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Weihnachtsmarkt für alle
Weihnachtsmärkte gehören in der Vorweihnachtszeit dazu. Hier kann man sich in der Adventszeit auf das bevorstehende Weihnachtsfest einstimmen, gemütlich mit Freunden einen Glühwein trinken und eine Bratwurst essen. Doch nicht jeder kann einfach so am schönen Weihnachtsmarkt teilhaben. Das haben Esther Weber und Philipp Hensel, die beiden Behindertenbeauftragten des Landkreises, am Internationalen Tag der Menschen mit Behinderung (Mittwoch, 3. Dezember) aufgezeigt. Dort waren beide unterwegs und haben mittels kleinen Flyern Besuchende sowie Marktbetreiber auf den Inklusionstag hingewiesen. Und durch ihre Präsenz gezeigt, dass auch Menschen die beispielsweise im Rollstuhl sitzen auch an den alltäglichen Angeboten teilnehmen möchten.
„Nicht behindert zu sein, ist kein Verdienst, sondern ein Geschenk, das jedem von uns jederzeit genommen werden kann.“ Dieses Zitat von Richard von Weizäcker ist auf der Vorderseite der Flyer zu lesen. Auf der Rückseite finden sich Informationen zu den Aufgaben der Behindertenbeauftragten. Mittels QR-Code ist eine Checkliste Weihnachtsmarkt abrufbar. Dort gibt es beispielsweise den Hinweis auf ausreichend breite Wege, die es am Mittwochvormittag auch gab, da der Weihnachtsmarkt noch nicht stark besucht war. Über das Kopfsteinpflaster zu rollen, stellte sich jedoch als Schwierigkeit heraus. Hier würden Antirutschmatten – wie sie vor der Eisbahn liegen – Abhilfe schaffen. „Es ist nicht nur eine Erleichterung für uns“, sagt Esther Weber. „Gleichzeitig würden davon sogar alle profitieren, da es eine Wärmebrücke ist und man nicht so schnell kalte Füße bekommt.“
Auch beim Speiseangebot gab es Verbesserungswürdiges. Beispielsweise könnte bei Speisekarten nachgebessert werden, indem darauf geachtet wird, die Schrift groß genug und vor allem kontrastreich zu wählen, was bei einigen Ständen schon gut gelöst wurde.
Schwierig wird es allerdings für die Portion Senf oder Ketchup zur Wurst oder Pommes, da die Spender mittels Fußpedal betätigt werden müssen. Das stellt für Rollifahrer auch eine Barriere dar. Esther Weber wüsste sich zu helfen. „Ich würde einfach jemanden ansprechen, ob er oder sie mir kurz ihren Fuß ausleiht“. So kommt man auch immer wieder ins Gespräch mit Menschen und meistens wird einem auch geholfen.
Gelobt haben Esther Weber und Philipp Hensel allerdings die Möglichkeit, dass es eigens für Rollstuhlfahrer ausgewiesene Tische gibt. Diese sind mit einem Rollstuhlfahrersymbol gekennzeichnet. An anderer Stelle ist das Speisen- und Getränkeangebot am Stand in passender Höhe und gut lesbar angebracht. Auch ein Plus. Trotzdem bleibt ein Weihnachtsmarktbesuch für Menschen mit Behinderung eine Aktion, bei der man sich zweimal überlegt, ob man überhaupt hingeht. „Wenn ich auf den Weihnachtsmarkt möchte, dann gehe ich im Vorfeld im Kopf schon die möglichen Barrieren durch, die mich hier erwarten könnten“ sagt Philipp Hensel.
Checkliste Barrierefreier Weihnachtsmarkt
Zugänglichkeit
- ❄️ Stufenlose Wege, rutschfeste Bodenbeläge
- ❄️ Breite Gänge für Rollstühle und Kinderwagen
- ❄️ Barrierefreie Eingänge zu Hütten & Sanitäranlagen
Orientierung
- ⭐ Gut sichtbare, kontrastreiche Beschilderung
- ⭐ Tastbare oder gut hörbare Wegführung
- ⭐ Beleuchtung ohne Blendwirkung
Service
- 🎄 Barrierefreie Toiletten gut ausgeschildert
- 🎄 Sitzmöglichkeiten und Ruhezonen
- 🎄 Hilfebereites, geschultes Personal
Speise- & Getränkeangebote
- 🍪 Menüs gut sichtbar angebracht
- 🍪 Große, gut lesbare Schrift
- 🍪 Kontrastreiche Darstellung, damit alles gut erkennbar ist
- 🍪 Deutlich lesbare Preise
- 🍪 Piktogramme für Allergene, vegetarisch/vegan etc.
- 🍪 Ergänzend: QR-Codes zu digitalen, barrierefreien Menükarten
Angebot
- 🌟 Höhenangepasste Theken oder Service auf Nachfrage
- 🌟 Allergie- und Inhaltsstoffhinweise gut sichtbar
- 🌟 Akustisch verständliche Durchsagen
Sicherheit
- 🔔 Freie Rettungswege
- 🔔 Rutschfreier Streudienst bei Eis & Schnee
- 🔔 Notfallkontakte gut erkennbar










