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Autor: Pressestelle
Artikel vom 19.08.2019

Vorbereitungen für die Reform der Pflegeausbildung

Der Landkreis ist beim demografischen Wandel keine Ausnahme – im Gegenteil: Rund 37.000 Menschen und damit 22 Prozent der Bevölkerung sind 65 Jahre und älter, der Anteil der Hochbetagten über 85 Jahre ist mit rund 4.700 Menschen – das sind drei Prozent der Menschen im Landkreis – höher als in anderen Gebieten in Baden-Württemberg. Durch den größer werdenden Anteil älterer Menschen haben sich die Anforderungen an die pflegerische Versorgung sowohl in Krankenhäusern als auch bei der sich daran anschließenden Betreuung durch ambulante Pflegedienste oder in stationären Einrichtungen verändert. Zudem werden Pflegekräfte wie überall auch im Landkreis Emmendingen händeringend gesucht.

Der Bundestag hat deshalb das sogenannte Pflegeberufereformgesetz beschlossen. Es soll ab dem Jahr 2020 den Bedarf an Pflegekräften für alle Bereiche sicherstellen und auch zu einer Steigerung der Attraktivität des Pflegeberufes führen. Zunächst bringt es jedoch tiefgreifende Veränderungen mit sich. Kernstück der Reform ist die sogenannte „generalistische Ausbildung“ für Pflegeberufe: Die bisher eigenständigen Ausbildungsgänge in der Altenpflege, in der Gesundheits- und Krankenpflege und in der Kinderkrankenpflege werden zu einer einheitlichen Ausbildung zur Pflegefachfrau bzw. zum Pflegefachmann zusammengefasst. Die ersten zwei Jahre der dreijährigen Ausbildung lernen die Auszubildenden altersübergreifend alle Komponenten der Pflege kennen. Sie durchlaufen dabei in ihrer Ausbildung Stationen in der stationären Altenpflege, in der ambulanten Pflege, in der stationären Akutpflege eines Krankenhauses, in der Kinderkrankenpflege sowie in der psychiatrischen Pflege.

Die Reform wirft im Landkreis viele Fragen auf: Wie viele Ausbildungsplätze in der Pflege und in den Einrichtungen gibt es im Kreisgebiet und wie können sie zur neuen generalistischen Pflegeausbildung zusammengeführt werden? Wie viel Nachwuchs wird benötigt, wer kann die überwiegend jungen Menschen künftig in den unterschiedlichen Einsatzorten während ihrer Ausbildung aufnehmen und betreuen? Und wer steuert und koordiniert dies alles?

Der Landkreis Emmendingen als Schulträger der bisherigen schulischen Pflegeausbildung hat deshalb die Stelle einer Ausbildungskoordinatorin für die Pflegeausbildung geschaffen: Im August hat Yvonne Baum ihre Arbeit aufgenommen. Bereits im Mai hatte der Kreistag beschlossen, dass die Ausbildung für Pflegeberufe auch künftig in den bestehenden Einrichtungen in Emmendingen – in der gemeinsam von Kreiskrankenhaus und dem Zentrum für Psychiatrie betriebenen Schule für Gesundheits- und Krankenpflege im Weiherschloss und der Altenpflegeschule des GHSE-Berufsschulzentrums – angeboten werden soll.

Alle Einrichtungen und Anbieter von Pflegedienstleistung waren Ende Juli von Landrat Hanno Hurth zu einem Treffen im „Haus am Festplatz“ eingeladen, bei dem die künftige Ausbildung in den Pflegeberufen im Landkreis vorgestellt wurde. Die Teilnahme von rund 60 Vertreterinnen und Vertretern von Pflegediensten, Heimen, Krankenhäusern und anderen Pflegeinstitutionen zeigte das große Interesse und den Bedarf an Informationen zur künftigen Pflegeausbildung im Landkreis.

Mit einem Fragebogen ermittelt die neue Ausbildungskoordinatorin derzeit den Bedarf an Ausbildungsplätzen und fragt bei den Einrichtungen die Zahl der bereits vorhandenen Praxisanleiterinnen und -anleiter für die Ausbildung ab. Die beiden Pflegeschulen im Landkreis und die Träger der praktischen Ausbildung sollen sich miteinander vernetzen und gemeinsam mit der Ausbildungskoordinatorin die Umsetzungsschritte planen. Yvonne Baum ist derzeit auf der Suche nach weiteren Praxiseinsatzstellen in der ambulanten Pflege und in der Kinderkrankenpflege. Zusätzlich bereitet sie die Einsatzpläne für die künftigen Auszubildenden vor. Sie organisiert auch regelmäßige Netzwerktreffen, bei denen sich die Pflegeeinrichtungen austauschen können.

Für Yvonne Baum beginnt eine neue spannende Aufgabe: Sie arbeitet bereits seit Juli 2017 im Landratsamt als Gleichstellungsbeauftragte und erweitert jetzt ihre Arbeitszeiten für die Koordination der Pflegeausbildung. Beide Tätigkeiten übt sie von ihrem Arbeitsplatz im Hauptgebäude aus, sodass ihre Erreichbarkeit für beide Aufgabenbereiche gewährleistet ist.

Das neue Thema „Pflege“ liegt ihr als Gleichstellungsbeauftragte ganz besonders am Herzen, da es viele Berührungspunkte für zentrale Probleme gibt, die vor allem Frauen betreffen wie Vereinbarkeit von Familie und Beruf, den Wiedereinstieg nach familiären Auszeiten oder einer Pflegepause oder die Rentenversorgung durch Anerkennung von Pflegezeiten. In einer gut strukturierten und qualitativen Pflegeausbildung sieht die Gleichstellungsbeauftragte gleichzeitig eine Möglichkeit, den begonnenen Aufwertungsprozess für die Pflegeberufe voranzubringen.

 

 

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