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Autor: Pressestelle
Artikel vom 22.08.2019

Die Welt-Vermesser - was machen eigentlich Geodätinnen und Geodäten?

Geodäsie – das ist die Wissenschaft vom Vermessen der Erde. Geodät ist griechisch und bedeutet so viel wie, „der die Erde vermisst und einteilt.“ Vermessen, das machen Menschen, seit es Häuser und Grundstückseigentümer gibt. Wer im Vermessungsamt einer öffentlichen Verwaltung arbeitet, wie beim Landratsamt Emmendingen, hat verschiedene Aufgaben. Die umfassendste ist die Liegenschaftsvermessung und die Führung des Liegenschaftskatasters. Bei Katastervermessungen werden neue Flurstücksgrenzen festgelegt und neue oder veränderte Gebäude in das Liegenschaftskataster aufgenommen. Ihren Ursprung hat die Vermessungskunde im alten Ägypten – dort mussten nach der jährlichen Nilüberschwemmung die Grundstücks- und Eigentümergrenzen wieder neu definiert werden.

Was wird alles vermessen?

Heutzutage vermessen Geodätinnen und Geodäten die unterschiedlichsten Dinge. Neben der Katastervermessung gibt es im Kreisvermessungsamt – das seinen Sitz am Haus am Festplatz hat – auch noch den Bereich der Bodenordnung und Sondervermessung, um unter anderem neues Bauland auszuweisen. Neue Baugebiete und die damit einhergehende Umlage ist eine immer währende Aufgabe. „In den letzten Jahren gab es bei den 24 Kreisgemeinden keine einzige, die kein Neubaugebiet ausgewiesen hat“, betont Stephan Schwartz, Leiter des Vermessungsamtes beim Landratsamt Emmendingen. Selbst auf der kleinsten Kreisgemarkung im Landkreis Emmendingen sind neue Häuser gebaut worden. Die 34 Vermessungstechniker/-innen und -ingenieure und die vier Auszubildenden im Landratsamt Emmendingen haben zu tun. Doch was machen sie eigentlich genau?

Geodätinnen und Geodäten sind zahlenaffin

Geodäsie ist eine Geowissenschaft, die sich mit Zahlen auseinandersetzt. „Unsere Arbeit basiert auf Trigonometrie. Diesen Bereich der Mathematik muss man in unserem Beruf lieben“, sagt der 21-jährige Geodät Marius Bührle. Wer Vermessungstechniker oder –technikerin werden will, sollte zahlenaffin und Mathematikliebhaber sein.

Geodäten werden überall dort gebraucht, wo genaue Maße notwendig sind. Beispiel Hausbau: Das neue Gebäude muss in das Liegenschaftskataster eingetragen werden. Dazu wird der Neubau nach der Fertigstellung von den Mitarbeitern des Vermessungsamtes eingemessen und in das bestehende Liegenschaftskataster aufgenommen.

„Das Vermessen und die Verarbeitung von den gemessenen Daten geschieht in den unterschiedlichsten Bereichen“, betont Julian Kern. Der 29-jährige ist Teamleiter im Bereich der Bodenordnung und Sondervermessung. Mit Hilfe von Positionierungsdiensten können beispielsweise Landmaschinen exakt gesteuert werden.

Gebäudeaufnahme und Grenzfeststellung

Das Tagesgeschäft der Vermesserinnen und Vermesser im Öffentlichen Dienst ist jedoch die Gebäudeaufnahme und Grenzfeststellung. Dabei wird der Grundriss eines Gebäudes vermessen und dann in das Liegenschaftskataster eingetragen.

Die Geodätinnen und Geodäten beim Landratsamt arbeiten aber auch ämterübergreifend und führen Vermessungen für andere Ämter, wie beispielsweise das Amt für Flurneuordnung, durch. Wie der Name schon sagt, wird hier die Flur neu geordnet, eingeteilt und vermessen. Etwa wenn neue Umgehungsstraßen oder Radwege durch Felder von Bauern gebaut werden oder der Grund und Boden bei Renaturierungsverfahren wie bei der Elz neu eingeteilt werden muss.

Verschiedene Messtechniken anwenden

Die Arbeit der Geodätinnen und Geodäten ist sehr abwechslungsreich. Da gilt es, den Überblick zu behalten. Etwa bei den verschiedenen Messtechniken durch Tachymeter, Nivelliergerät oder das Messen per GPS via Satellit. Sarah Weber (21) ist Auszubildende als Vermessungstechnikerin. Nach dem ersten Jahr zieht sie ein positives Fazit. Die unterschiedlichen Messtechniken anzuwenden findet sie spannend. „In der Regel bin ich zweimal die Woche im Landkreis unterwegs und trage die erhobenen Daten dann an den anderen Tagen im Büro in das Liegenschaftskataster ein.“

Der Beruf der Vermesser ist weder trocken noch eine reine Männerdomäne. Immer mehr Frauen machen die Ausbildung zur Vermessungstechnikerin oder studieren Geodäsie oder Geoinformatik. Ab 1. September kommen zwei neue Azubis ins Team beim Landratsamt hinzu. Ein Junge und ein Mädchen werden die neuen Weltvermesser und tragen zur Vermessung des Landkreises Emmendingen bei.

Weitere Informationen zum Thema Geodäsie und der Ausbildung gibt es hier

Aufgabengebiete von Geodäten und Geoinformatikern (Auszug):

  • die Vermessungen für die Immobilienbewertung, die Katastererstellung oder Flurneuordnung im Auftrag von öffentlichen Verwaltungen.
  • das Management von Geodaten für Ingenieur-, Architektur- und Vermessungsbüros, Behörden auf allen Ebenen sowie Geo- und Umweltkompetenzzentren.
  • die Vermessung und die Navigation mittels geodätischer Sensoren, in der Automobilindustrie oder bei der Robotik.
  • die Vermessung und das Monitoring von U-Bahn-Trassen, Tunneln, Brücken, Dämmen oder Talsperren im Auftrag von Ingenieurbüros.
  • die Überwachung der Erde aus dem Weltraum.
  • die Entwicklung von Software und 3D-Visualisierungen für Anbieter von Geoinformationssystemen (GIS), für mobile Navigationssysteme, für Energieversorger und Airlines, die Bahn und Telekommunikationsanbieter sowie Bundes- und Landesbehörden.
  • die Analyse raumbezogener Daten für Versicherungen, z.B. zur Berechnung von möglichen Naturkatastrophen oder zur Wertermittlung von Immobilien und Grundstücken.
  • die Tätigkeit als selbstständiger Consultant, in der Lehre und Weiterbildung, im Vertrieb von Geodaten und Geomodellen sowie im Geomarketing, etwa bei der Standortentscheidung für einen Supermarkt oder dem Verlauf einer U-Bahn-Trasse.

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