Nachrichten aus dem Landkreis: Landkreis Emmendingen

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Autor: Pressestelle
Artikel vom 08.04.2020

Coronavirus in Pflegeeinrichtungen im Landkreis

Im Landkreis Emmendingen sind seit dem ersten Fall Ende Februar bisher 439 Menschen mit dem Coronavirus infiziert (Stand: Mittwoch, 8. April 2020). Von der Corona-Pandemie besonders betroffen sind Seniorenheime und Pflegeeinrichtungen. Gerade ältere Menschen gehören zur sogenannten „vulnerablen“ Personengruppe und zählen durch ihr oft hochbetagtes Alter und bei entsprechenden Vorerkrankungen zu den Hochrisikogruppen.

Im Landkreis Emmendingen sind in mehreren Pflegeeinrichtungen insgesamt 23 Corona-Infektionen aufgetreten. Aktuell (Stand: Mittwoch, 8. April 2020) befinden sich 21 mit dem COVID-19-Virus infizierte oder erkrankte Personen in stationären Einrichtungen, zwei weitere Bewohner aus Altenpflegeheimen werden in Kliniken behandelt.

Seit Beginn der Corona-Pandemie sind neun Bewohnerinnen und Bewohner aus Pflegeeinrichtungen im Zusammenhang mit dem Coronavirus verstorben. Fünf dieser Todesfälle ereigneten sich in Krankenhäusern in der Region, in denen die Menschen zuvor stationär behandelt wurden.

Erfreulicherweise sind aber auch sechs ehemals infizierte Bewohner aus Pflegeeinrichtungen im Landkreis Emmendingen wieder vollständig genesen.

Vorrangige Belieferung mit Schutzausrüstung

Bei der Arbeit in einer Pflegeeinrichtung lässt sich ein enger körperlicher Umgang bei der Betreuung der älteren Menschen, zum Beispiel bei der Körperpflege oder beim Essen, nicht gänzlich vermeiden, so dass in Pflegeeinrichtungen ein hohes Infektionsrisiko für Bewohner und Pflegepersonal besteht.

Zur Eindämmung des Infektionsrisikos und zur Erhöhung der Sicherheit für das Personal werden die von Corona-Infektionen betroffenen Pflegeeinrichtungen im Landkreis bei der Ausstattung von Schutzausrüstung vorrangig beliefert. Die Koordination dieser Lieferungen erfolgt über das beim Kreisbrandmeister angesiedelte Ressourcenmanagement.

Landrat Hanno Hurth dankt Pflegepersonal für engagierten Einsatz

Landrat Hanno Hurth zeigt sich betroffen über die Todesfälle im Zusammenhang mit dem Corona-Virus. „Die Lage in den Pflegeeinrichtungen ist auch im Landkreis Emmendingen sehr angespannt. Allen Pflegekräften, die in unseren Einrichtungen die Menschen pflegen und sich um sie kümmern, möchte ich für ihren sehr engagierten und gerade in der derzeitigen Situation sehr fordernden Dienst herzlich danken“, so Hanno Hurth.

Aufruf zur Unterstützung für Pflegeeinrichtungen

Durch den Ausfall von Personal, das sich in häuslicher Quarantäne befindet, wird die ohnehin schon angespannte Personalsituation im Pflegebereich noch verschärft. Das Landratsamt hat deshalb Ende März einen Aufruf zur Unterstützung in der Pflege gestartet. Von den rund 30 beim Seniorenbüro des Landkreises Emmendingen eingegangenen Meldungen konnten bisher schon neun Personen vermittelt werden.

Teilbereich im Kreisseniorenzentrum betroffen

Von den Coronainfektionen in Pflegeeinrichtungen ist auch das Kreisseniorenzentrum St. Maximilian Kolbe in Kenzingen betroffen, das sich in Trägerschaft des Landkreises Emmendingen befindet. Dort sind derzeit zwölf Bewohnerinnen und Bewohnern mit dem Covid 19-Virus infiziert. Im Kreisseniorenzentrum in Kenzingen leben derzeit rund 135 ältere Menschen. Die Infektionen erfolgten in einem Teilbereich des Kreisseniorenzentrums. Der weitere Betrieb und die Betreuung aller Seniorinnen und Senioren sind in vollem Umfang gewährleistet. Fünf Bewohnerinnen und Bewohner des Kreisseniorenzentrums sind mittlerweile wieder von ihrer Coronainfektion vollständig genesen.

Zwei Heimbewohner sind im Zusammenhang mit der Coronainfektion im Kreisseniorenzentrum verstorben, zwei weitere Personen aus der Kenzinger Einrichtung verstarben in Krankenhäusern.

Schleusen schützen Personal und Heimbewohner

Zur Verhinderung weiterer Infektionen hat das Kreisseniorenzentrum in enger Abstimmung mit dem Gesundheitsamt des Landkreises Emmendingen Schutzmaßnahmen umgesetzt. So wurden die betroffenen Wohnbereiche räumlich abgetrennt und können vom Pflegepersonal nur über Schleusen betreten werden. „Die Bewohnerinnen und Bewohner befinden sich in ihren Zimmern“, erklärt Achim Ettwein, der Geschäftsführer des Kreisseniorenzentrums zur Unterbringung der älteren Menschen. Landrat Hanno Hurth dankt Achim Ettwein und allen Mitarbeitenden im Kreisseniorenzentrum für ihren Einsatz. „Die Mitarbeitenden haben umsichtig und konsequent reagiert. Die vom Robert-Koch-Institut für den Infektionsschutz vorgeschriebenen Standards werden eingehalten“, betont Hanno Hurth.

Reihentest mit überwiegend negativem Ergebnis

Zur weiteren Sicherheit erfolgte am vergangenen Wochenende ein Reihentest sowohl bei allen Heimbewohnerinnen und Heimbewohner aus dem isolierten Bereich als auch bei den dort eingesetzten Beschäftigten. Die Tests ergaben überwiegend keine neuen Infektionen. Die Infektionsketten konnten vom Gesundheitsamt ermittelt und unterbrochen werden.