Landkreis Emmendingen (Druckversion)
Autor: Pressestelle
Artikel vom 10.09.2021

Fragebogenaktion zu Long-Covid startet im Landkreis

Das Gesundheitsamt Emmendingen beteiligt sich in Kooperation mit dem Universitätsklinikum Freiburg an einer vom Land Baden-Württemberg geförderten Studie zu verzögerter Heilung und bleibenden Beschwerden nach einer akuten Covid-19-Infektion.

Die im vergangenen Herbst und Winter im Landkreis Emmendingen mit „Corona“ infizierten und erkrankten Menschen erhalten durch das Gesundheitsamt per Post einen Fragebogen zugeschickt. Betroffen ist der Zeitraum vom 1. Oktober 2020 bis 31. März 2021. Über 2.300 Fragebogen werden in den nächsten Tagen versandt.

Im Fragebogen werden Angaben zur damaligen SARS-CoV-2-Infektion, zur Entwicklung der Beschwerden bis heute und zur aktuellen Gesundheitssituation und Lebensqualität abgefragt. Das Ausfüllen des Fragebogens dauert nicht länger als 15 Minuten. Ein frankierter Rücksendeumschlag liegt bei.

„Wir hoffen, dass möglichst viele Angeschriebene den Fragebogen ausfüllen“, sagt Prof. Dr. Winfried Kern, der Leiter der Infektiologie des Universitätsklinikums Freiburg. Die Teilnahme an der Erhebung und den späteren Untersuchungen ist freiwillig. Die Fragebogen sollten auf jeden Fall zurückgeschickt werden, bittet Dr. Armin Dietz, der Leiter des Gesundheitsamtes des Landkreises Emmendingen: „Die Fragen sollten bitte auch dann beantwortet werden, wenn die Infektion mild verlief und/oder alle Beschwerden wieder komplett verschwunden sind“.

Das Projekt ist vor einigen Tagen bereits in Freiburg und im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald gestartet und wird in den nächsten Wochen auch in den Regionen um Tübingen, Heidelberg und Ulm fortgesetzt.

Die Forscherinnen und Forscher sind sich sicher, dass sie mit dieser großen bevölkerungsbezogenen Studie in Baden-Württemberg rasch zu einem besseren Verständnis des Krankheitsbilds und zur Entwicklung von Behandlungsmöglichkeiten beitragen können.

 

Hintergrund zur EPILOC-Studie

Eine ganze Reihe von Patientinnen und Patienten berichtet von einer verzögerten Heilung und bleibenden Beschwerden über Wochen bis Monate nach einer akuten SARS-CoV-2-Infektion. Dabei stehen neben Brustschmerzen und Luftnot auch Erschöpfung bei körperlicher Belastung sowie Konzentrations- und Gedächtnisstörungen im Vordergrund. Dieses Krankheitsbild – vielfach „Long-Covid“ genannt – und seine Behandlung sind noch nicht gut erforscht. Die Universitätskliniken in Baden-Württemberg haben daher spezielle Ambulanzen für die Versorgung dieser Menschen, aber auch zur besseren Erforschung von Long-Covid, eingerichtet. Die Landesregierung fördert die sogenannte EPILOC-Studie, in der Art und Häufigkeit von langanhaltenden Beschwerden nach COVID-19 genauer ermittelt werden sollen – mit dem erhofften Ziel, wirksame Therapien zu entwickeln. In der ersten Phase werden von ausgesuchten Gesundheitsämtern im Einzugsbereich der Universitätskliniken die Fragebögen an ehemals COVID-19-Erkrankte verschickt. Patientinnen und Patienten mit besonders ausgeprägtem Long-Covid-Syndrom werden anschließend zu einer ambulanten Untersuchung in der jeweiligen Universitätsklinik eingeladen. Die diagnostischen Tests, mit denen die Beschwerden dann näher untersucht werden können, sollen auch ehemaligen SARS-CoV-2-Infizierten ohne solche Beschwerden angeboten werden. Über den Vergleich der Ergebnisse in diesen beiden Gruppen versuchen die Wissenschaftlerinnnen und Wissenschaftler zu erforschen, welche Faktoren bei den Long-Covid-Erkrankten für die langanhaltenden Beschwerden und fehlende Heilung verantwortlich sein könnten.

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