Landkreis Emmendingen (Druckversion)
Autor: Pressestelle
Artikel vom 13.09.2021

Spatenstich für Erdhaushubdeponie des Landkreises in Sasbach

Der Bauboom der vergangenen Jahre hat auch Folgen für die Deponien: Die Erdaushubmengen sind stark gestiegen, so dass die Flächen für die Ablagerung dieses Materials knapp werden. Erdaushub aus dem Landkreis Emmendingen, auch wenn er unbelastet ist, kann derzeit nur noch auf dem Kahlenberg bei Ringsheim deponiert werden. Doch das Deponievolumen nimmt dort immer mehr ab, so dass der Landkreis schon seit 2015 auf der intensiven Suche nach einer langfristigen Lösung ist.

Sie ist jetzt gefunden: In Sasbach entsteht im Gewann „Burggrün“ an der L 113 Richtung Frankreich die neue und dringend benötigte Erdaushubdeponie. Mit einem Spatenstich am Montag, 13. September 2021 starten die Bauarbeiten offiziell.

Gute Verkehrsanbindung

Nach einem aufwändigen Prüfverfahren mehrerer Standorte kam der jetzige Standort bei Sasbach als einzige Fläche in Betracht, die zudem verfügbar war und sich im Eigentum des Landes Baden-Württemberg befand. Das Gelände verfügt über eine gute Verkehrsanbindung und ausreichend Abstand zur nächsten Wohnsiedlung. „Bei den mineralischen Abfällen, zu denen auch der Erdaushub gehört, haben die Landkreise eine zehnjährige Entsorgungssicherheit zu gewährleisten. Mit dem heutigen Tag haben wir Entsorgungsmöglichkeiten für den im Landkreis anfallenden Erdaushub für voraussichtlich mehr als 20 Jahre geschaffen“, zeigt sich Landrat Hanno Hurth mit dem Großprojekt zufrieden und verdeutlicht gleichzeitig dessen Bedeutung.

Mit dem Erwerb des Grundstücks vor drei Jahren konnte der Landkreis Emmendingen die weiteren Planungen forcieren. Ein ganzer Katalog musste abgearbeitet werden – die Berücksichtigung der Lage in einem Wasserschutzgebiet, Betroffenheiten des Natur- und Artenschutzes sowie die Erstellung eines landschaftspflegerischen Begleitplanes.  Auch durfte der Wildtierkorridor für die im dortigen Bereich angesiedelte Wildkatze durch die Erdaushubdeponie nicht beeinträchtigt werden. Ferner spielte auch der archäologische Denkmalschutz wegen des Verdachts einer keltischen Siedlung im Untergrund eine Rolle.

Weil das vorgesehene Gelände in der Nähe zum Rhein und damit auch im einstigen Frontbereich des II. Weltkrieges liegt, wurde das Gebiet anhand historischer Luftbildaufnahmen auf mögliche im Boden verborgene Kampfmittel untersucht. Auch mehr als 75 Jahre nach Kriegsende konnten über 700 Verdachtspunkte ermittelt, freigegraben und dort vorgefundene Kampfmittel wie Waffen, Munition und Granatsplitter vom Kampfmittelbeseitigungsdienst geborgen und entsorgt werden.

138.000 Quadratmeter großes Grundstück

Im Februar 2021 genehmigte das Regierungspräsidium Freiburg schließlich die Erdaushubdeponie. Die Deponiefläche auf dem rund 138.000 Quadratmeter großen Grundstück beträgt bis zu 91.000 Quadratmeter. Darauf können rund eine Million Kubikmeter Erdaushub abgelagert werden, die sich – sofern alles verfüllt wird – zu einem modellierten Hügel von bis zu 35 Meter Höhe aufschichten können. Das Projekt hat eine prognostizierte Laufzeit von 25 Jahren und bietet damit dem Landkreis Emmendingen, der Bauwirtschaft und letztlich auch den Bürgerinnen und Bürgern Planungssicherheit. „Der Landkreis Emmendingen ist ein Wachstumskreis“, erklärt Landrat Hurth. „Aktuell haben wir ca. 167.000 Einwohner. Vor zehn Jahren, im Jahre 2011 waren es knapp 159.000 Einwohner. Dieses enorme Wachstum macht sich durch eine rege Bautätigkeit bemerkbar, bei der immer auch Erdaushub anfällt. So stiegen die Erdaushubmengen seit 2014 aufgrund der Baukonjunktur stark an. Hatten wir im Jahre 2014 noch 26.700 Tonnen Erdaushub zu entsorgen, waren es im vergangenen Jahr 73.500 Tonnen.“ Die Erdaushubdeponie Sasbach wird in drei Bauabschnitten umgesetzt. Am Anfang erfolgt die Basisabdichtung, bei der bereits jetzt anfallender Erdaushub aus dem Landkreis auf die neue Deponie umgeleitet und so die Lagerkapazität auf dem Kahlenberg entlastet werden kann. „Mit der Deponierung wird quasi ab heute begonnen“, freut sich Landrat Hanno Hurth.

Die gesamten Kosten für den ersten Bauabschnitt betragen rund 5,5 Millionen Euro. Er reicht voraussichtlich die nächsten zehn bis zwölf Jahre für den im Landkreis Emmendingen anfallenden Erdaushub aus.

Presse- und Europastelle

Herr Ulrich Spitzmüller
Pressereferent
Telefonnummer: 07641 451-1010
E-Mail schreiben

Frau Tebel-Haas
Pressereferentin
Europabeauftragte
Telefonnummer: 07641 451-1011
E-Mail schreiben

Herr Fix
Pressereferent
Internetredakteur
Telefonnummer: 07641 451-1012
E-Mail schreiben

Frau Schulz
Sekretariat
Telefonnummer: 07641 451-2001
E-Mail schreiben

Hauptgebäude
Bahnhofstraße 2-4
79312 Emmendingen

http://www.landkreis-emmendingen.de//aktuelles/nachrichten-aus-dem-landkreis