Nachrichten aus dem Landkreis: Landkreis Emmendingen

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Autor: Pressestelle
Artikel vom 28.09.2020

Braune Flächen statt grüner Weiden

Neben Trockenheit, Hitzestress, Wasser- und Futterknappheit ist in diesem Jahr ein weiterer Faktor auf die Grünlandflächen und die landwirtschaftlichen Betriebe im Landkreis Emmendingen zugekommen: Massen von Engerlingen. Statt grüner Weiden, sind viele Flächen mit braunen Stellen durchzogen. Verdorrte Grasbüschel liegen obenauf. Die Larve des Junikäfers schädigt die Grasnarbe massiv.

Nach einem starken Flugjahr 2019 konnten sich die Engerlinge nach der Eiablage bei günstigen klimatischen Bedingungen im laufenden Jahr hervorragend entwickeln. Bei Grabungen an betroffenem Grünland können zwischen 200 und 300 Engerlinge pro m² gefunden werden – normalerweise sind es zwischen 30 und 40. Dadurch wird das Ausmaß deutlich: Die Engerlinge fressen auf großen Teilflächen die Wurzeln der Gräser ab, dabei stirbt die Grasnarbe teilweise flächig ab Zusätzlich werden diese Flächen von Scharen von Rabenkrähen und teilweise auch von Schwarzwild geschädigt, weil diese Tiere sich wiederum über das eiweißhaltige „Nahrungsangebot“ im Boden freuen. Auf den Flächen wächst nichts mehr und den Landwirten fehlt das Futter für ihr Vieh.

Eine Bekämpfungsstrategie gegen dieses Phänomen ist schwierig, weil eine solche massenhafte Vermehrung auch überregional nicht bekannt ist. Aktuell tritt das massive Populationsgeschehen nur im Kreis Emmendingen und den Nachbarlandkreisen  Ortenau und Breisgau-Hochschwarzwald auf.  

Um dem Schädling Einhalt zu gebieten, bleibt den Landwirten bisher nichts Anderes übrig, als auf den Flächen wieder eine dichte Grasnarbe herzustellen. Dazu müssen die betroffenen Grünladflächen aufwendig saniert werden. Zuerst mit Egge und Fräse bearbeiten, dann neu einsäen. Das ist zeitaufwendig. Auf die Landwirte insbesondere die Tierhalter kommen durch die Engerlingschäden zusätzlich zu den Trockenheitsschäden enorme Kosten für die Flächensanierung und den Ertragsausfall zu. Thomas Birkle und Karlheinz Trenkle aus Waldkirch-Siensbach sind betroffene Landwirte. Sie rechnen mit Mehrkosten von bis zum 1.500 Euro pro Hektar.

Seit Juli bekommt Grünlandberater Martin Grässlin vom Landwirtschaftsamt Emmendingen von besorgten Landwirten Anrufe. Demnach seien mindestens 250 Hektar im Landkreis betroffen. Nach seinen Einschätzungen könne die Dunkelziffer weitaus höher liegen bei rund 1000 Hektar. Die Folge: „Von kleineren Betrieben ist vereinzelt zu hören, dass sie im dritten Jahr in Folge mit Futterzukauf endgültig vor der Aufgabe der Tierhaltung stehen“, erklärt Grässlin.

Besonders in Flora- und Fauna-Habitat-Gebieten, aber auch im Zusammenhang mit den Förderkriterien im GAP-Verfahren sollten sich die Landwirte weiterhin an das Landratsamt wenden, so der Grünlandberater.

Weitere Informationen zur Ursache, Sanierung und Bekämpfung der Engerlinge sowie Antragsformulare und einen Überblick über die Rechtslage und Greeningauflagen gibt es auf der Internetseite des Landwirtschaftsamtes Emmendingen