Nachrichten aus dem Landkreis: Landkreis Emmendingen

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Autor: Pressestelle
Artikel vom 06.10.2020

Geschlechtsspezifische Auswirkungen der Corona-Pandemie

Das Landratsamt Emmendingen hat derzeit eine Stelle für die „Sachbearbeitung Organisation m/w/d“ ausgeschrieben. Mit dieser Formulierung in den Stellenanzeigen wird die Regelung zur sprachlichen Gleichstellung deutlich, weil nicht mehr ein „Sachbearbeiter“ gesucht, sondern eine neutrale Form gewählt wird, ergänzt durch den Zusatz „m“ für männlich, „w“ für weiblich und „d“ für divers. Damit werden die Stellenanzeigen dem Auftrag des Bundesverfassungsgerichts gerecht, das im Jahr 2017 gefordert hat, die Persönlichkeitsrechte intersexueller Personen zu wahren und eine Diskriminierung aufgrund des Geschlechts zu vermeiden.

Ein Verfahren zu geschlechtsneutralen Stellenausschreibungen hat die Gleichstellungsbeauftragte des Landratsamtes Emmendingen, Yvonne Baum, auch den Städten und Gemeinden im Landkreis empfohlen, die seit 2017 eine Person benennen müssen, die für die Förderung der Chancengleichheit in den Rathäusern und Kommunalverwaltungen zuständig ist. Im Landratsamt Emmendingen gibt es bereits seit zwei Jahren Regelungen und Empfehlungen für die sprachliche Gleichstellung.

Für Yvonne Baum geht es darum, sich Gedanken über die Wirkung von Sprache zu machen. „Zwischen Denken und Sprechen bestehen enge Wechselwirkungen“, sagt sie. „Unsere Vorstellungen fließen in sprachliche Äußerungen ein und die Art zu sprechen, beeinflusst wiederum unser Denken“. Eine geschlechterspezifische Formulierung sei daher ein wichtiger Beitrag, um die Gleichstellung der Geschlechter durchzusetzen.

Auch die kommunalen Verwaltungen sollen für geschlechtsneutrale Schreibweisen sensibilisiert werden und Regelungen für Anschreiben, Stellenanzeigen, Broschüren oder Texte in Mitteilungsblättern entwickeln. So hat auch die Stadt Emmendingen von der dortigen Beauftragten für Chancengleichheit, Katharina Katt, einen Leitfaden erstellt.

Zwei Mal jährlich trifft sich Yvonne Baum mit den Vertreterinnen und Vertretern der Städte und Gemeinden, um bei diesen Koordinierungstreffen aktuelle Themen der Gleichstellungspolitik zu besprechen. Beim jüngsten Treffen Ende September wurde über die geschlechtsspezifische Auswirkung der Corona-Pandemie diskutiert. Die Anwesenden tauschten sich zu Problemen, umgesetzten Lösungswegen und Ideen aus, wie mit der herausfordernden Situation in der Corona-Pandemie in den unterschiedlichen Gemeinden umgegangen wurde und künftig umgegangen werden könnte. Hierbei kam insbesondere die im Frühjahr beim Lockdown oder bei einer Quarantäne nach Corona-Fällen an Schulen entstandene Situation bei der Kinderbetreuung zur Sprache.

Bei berufstätigen Paaren sind vor allem Frauen und seltener Männer betroffen, wenn bei einer klassenweisen Quarantäne von 14 Tagen Kinder daheim betreut werden müssen. Die Entscheidung, dass die Frau zuhause bleibt und sich um den Haushalt oder die Pflege bzw. die Betreuung von Angehörigen kümmert, wurde vielerorts schnell gefällt.

Um einer Rückwärtsbewegung der Geschlechterrollen entgegenzuwirken, bräuchte es, so betont Yvonne Baum, verlässliche und flexible Unterstützungsangebote in der Gemeinde, aber auch von Seiten der Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber. Hierzu gehören unter anderem die Möglichkeit einer flexiblen Arbeitszeitgestaltung, zu Homeoffice und bei Familien mit kleineren Kindern eine finanzielle sowie organisatorische Unterstützung bei der Betreuung. Beim Koordinierungstreffen wurden zudem unterschiedliche Unterstützungsangebote des Bundes und des Landes vorgestellt. Sie werden regelmäßig auf der Internetseite des Landratsamtes auf den Seiten der Gleichstellungsbeauftragten ergänzt und aktualisiert.