Vortragsreihe zu Kleindenkmalen: Landkreis Emmendingen

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Vortragsreihe ab Oktober

Wegkreuze, Bildstöcke, Brunnen zählen ebenso wie Grenzsteine oder sogar Wirtshausschildern zu Kleindenkmalen. 3.100 solcher Objekte wurden im Landkreis Emmendingen von Ehrenamtlichen erfasst und dokumentiert. Zwölf ausgewählte Kleindenkmal-Motive zieren dieses Jahr einen Kalender, das Landratsamt Emmendingen stellt auf seiner Internetseite seit Jahresbeginn ein „Kleindenkmal des Monats“ vor.

In einer Vortragsreihe des Kreisarchivs in der Emmendinger Steinhalle beleuchten Historiker und fachkundige Experten ab Oktober in drei Vorträgen einzelne Objekte näher und beleuchten die Hintergründe. Beginn der Vorträge ist jeweils um 19:30 Uhr, der Eintritt ist frei.

Den Auftakt macht am Donnerstag, 8. Oktober 2020 Dr. Folkhard Cremer mit einem Vortrag über Krieger- und Gefallendenkmale und das Kriegstotengedenken im 20. Jahrhundert im südwestlichen Baden-Württemberg.

Am 15. Oktober 2020 steht die Wasserversorgung mit Brunnen und anderen Wassersystemen in der mittelalterlichen und frühzeitlichen Stadt am Beispiel von Waldkirch auf dem Programm. Referent ist Dr. Andreas Haasis-Berner.

Am Donnerstag, 19. November 2020 spricht Dr. Jens Wittenbrink über Naturwerksteine im Breisgau und berichtet, wie aus hiesigen Steinbrüchen Baumaterial zum Beispiel für das Freiburger Münster, öffentliche Gebäude oder Brunnen gewonnen wurde.

Hinweis:

Für die Vorträge gilt ein Corona-Hygienekonzept mit Registrierung der Besucher am Eingang. Bei der Bestuhlung ist der Mindestabstand berücksichtigt. Vom Betreten der Steinhalle bis zum Sitzplatz muss eine Mund-Nase-Bedeckung getragen werden.

Vom Kriegerdenkmal zum Mahnmal für NS-Opfer

In jedem Ort stehen Denkmale, die zu Ehren von Menschen errichtet wurden, die in den Kriegen gefallen sind.  „Kriegstotengedenken im 20. Jahrhundert im südwestlichen Baden-Württemberg. Von den Gefallenendenkmälern der Zwischenkriegszeit zu Gefallenendenkmälern und Mahnmalen der zweiten Nachkriegszeit“ ist der Titel des Vortrags von Dr. Folkhard Cremer am 8. Oktober 2020. Krieger- und Gefallenendenkmale dürfen nicht allein auf ihre militaristische und nationalistische Aussage reduziert werden, sie müssen in Zusammenhang mit der Trauer- und Bestattungskultur betrachtet werden.

Im Zentrum des Vortrags stehen Gefallenendenkmale der Zwischenkriegszeit. Anhand von Beispielen aus den Kreisen Emmendingen, Schwarzwald-Baar und Tuttlingen werden verschiedene Denkmaltypen vorgestellt. Im Vortrag wird erläutert, wie die Stifter in der Zeit der Weimarer Republik dem diffizilen Anspruch des Totengedenkens zwischen Trauerarbeit und Nationalismus mittels Inschriften, Symbolik und Bildmotiv gerecht zu werden versuchten. Ein kurzer Ausblick in die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg soll zeigen, wie die Denkmale der Zwischenkriegszeit sich nach und nach zu Mahnmalen wandelten, bei denen nicht mehr allein der gefallenen Soldaten gedacht wurde, sondern auch der Verfolgten und Opfer der Herrschaft des NS-Regimes zwischen 1933 und 1945.

Der Referent, Dr. Folkhard Cremer studierte Kunstgeschichte, Geschichte und Literaturwissenschaft in Marburg und Wien. Er war mit verschiedenen Projekten an den Landesdenkmalämtern Sachsen, Niedersachsen, Sachsen-Anhalt, Hessen und Bayern tätig. Seit 2010 inventarisiert er im Landesamt für Denkmalpflege am Dienstsitz Freiburg die Bau- und Kunstdenkmale in den Kreisen Emmendingen, Tuttlingen, im Schwarzwald-Baar-Kreis und im Breisgau.

Wasser in der Stadt

Ohne Wasser gibt es kein Leben. Dort, wo viele Menschen auf engem Raum zusammenleben, zum Beispiel in einer Stadt, müssen besondere Vorkehrungen getroffen werden, um die Menschen mit Wasser zu versorgen. In Waldkirch werden seit vielen Jahrzehnten Baumaßnahmen archäologisch betreut. Aus diesem Grund kann viel über die Geschichte der mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Wasserversorgung gesagt werden. Der Vortrag thematisiert, wie die Versorgung mit Trinkwasser mittels Brunnenstuben, Wasserleitungen und Laufbrunnen sichergestellt wurde, wie die Abwasserentsorgung funktionierte (frühe Kanalisation) und wie die Brauchwasserversorgung für die handwerkliche Produktion (Gewerbekanal) sowie die Landwirtschaft (Wiesenwässerung) erfolgte.

Der Referent: Dr. Andreas Haasis-Berner hat in Freiburg Vor- und Frühgeschichte, Archäologie sowie Mittelalterliche Geschichte studiert. Seine Dissertation widmet sich dem Wasserbau im Mittelalter am Beispiel des Urgrabens am Kandel. Nach verschiedenen Tätigkeiten in Westfalen ist er seit 2006 am Landesamt für Denkmalpflege (Dienstsitz Freiburg) als Inventarisator und Gebietsreferent tätig. Seit 1995 betreut er die Archäologie in Waldkirch ehrenamtlich.

Naturwerksteine im Breisgau. Entstehung, Vorkommen, Gewinnung und Verwendung

Der Breisgau bietet eine beeindruckende geologische Vielfalt: Von den Kristallingesteinen des Schwarzwalds über die Sand- und Kalksteine der Vorbergzone, die vulkanischen Gesteine des Kaiserstuhles bis zu den quartären Lockergesteinen des Oberrheingrabens. Heute werden aus diesen vielzähligen Gesteinen die verschiedensten mineralischen Rohstoffe zur Versorgung der heimischen Wirtschaft gewonnen. Hierzu zählen auch die Naturwerksteine, die gegenwärtig lediglich einen geringen Anteil zur jährlichen Rohstoffförderung beitragen. In früheren Jahrhunderten besaß die Gewinnung und Nutzung von Naturwerksteinen jedoch einen deutlich höheren Stellenwert, wie zahlreiche aufgelassene Steinbrüche zeigen. Die Errichtung des Freiburger Münsters, des St. Stephansmünsters in Breisach sowie vieler weiterer Bauwerke wäre ohne die Bausteine aus der Region nicht möglich gewesen. Der Vortrag gibt an ausgewählten Beispielen Einblicke in die erdgeschichtliche Entstehung von Naturwerksteinen, ihr Vorkommen in der näheren und weiteren Umgebung von Emmendingen sowie ihrer Gewinnung und Verwendung.

Der Referent: Dr. Jens Wittenbrink studierte Geowissenschaften an der technischen Universität Clausthal. Im Rahmen seiner Dissertation untersuchte er die Genese andiner Kupfer- und Zinn-Lagerstätten. Seit 2008 ist er Mitarbeiter im Landesamt für Geologie, Rohstoffe und Bergbau, Referat 96 Landesrohstoffgeologie im Regierungspräsidium Freiburg. Zu seinem Aufgabenbereich gehört unter anderem die Erstellung der Karte der mineralischen Rohstoffe sowie die rohstoffgeologische Erkundung und Beratung.