Hauptbereich
Informationsveranstaltung zur Asiatischen Tigermücke
Erstelldatum05.06.2025
Referentinnen der KABS e.V. schulten auf Einladung des Gesundheitsamts des Landratsamts Emmendingen Mitarbeitende der Gemeinden und Städte im Landkreis
Die Asiatische Tigermücke breitet sich aufgrund steigender Durchschnittstemperaturen zunehmend auch im Landkreis Emmendingen aus. Im Jahr 2024 gab es einen starken Anstieg an Tigermückenfunden im Landkreis, so dass aktuell mindestens 12 der 24 Städte und Gemeinden nachweislich betroffen sind. Da die Asiatische Tigermücke neben der erheblichen Belästigung aufgrund ihres aggressiven Stechverhaltens auch ein gesundheitliches Risiko birgt, ist es wichtig, Maßnahmen zu ergreifen um die Verbreitung auszubremsen.
Mit dem Ziel der Kompetenzstärkung der Städte und Gemeinden, insbesondere in der Beratung der Bevölkerung vor Ort, hatte das Gesundheitsamt Emmendingen in Kooperation mit der Kommunalen Aktionsgemeinschaft zur Bekämpfung der Schnakenplage e.V. (KABS) Städte- und Gemeindemitarbeitende des Landkreises zu einer Informationsveranstaltung ins Landratsamt eingeladen. 17 Mitarbeitende aus zwölf Städten und Gemeinden nahmen am 20. Mai 2025 an der Veranstaltung teil und wurden an dem Tag durch die aus Speyer angereisten Expertinnen der KABS e.V., Dr. Nina Löbs und Dr. Hanna Jöst, geschult.
Besonderheiten der Asiatischen Tigermücke
Die Referentin Dr. Nina Löbs informierte zunächst über die Besonderheiten der Asiatischen Tigermücke, wie etwa deren Tagaktivität, die Monitoring-Möglichkeiten mittels verschiedener Fallensysteme und die gesundheitliche Relevanz durch die potenzielle Übertragung von Krankheiten. Mehr als 20 verschiedene Viren – darunter das Dengue-, Chikungunya- und Zika-Virus – können durch die Tigermücke übertragen werden. Solche Krankheitsübertragungen sind aus Deutschland bislang jedoch nicht bekannt. Durch infizierte Reiserückkehrende können die genannten Erreger allerdings auf „heimische“ Tigermücken übertragen werden, welche dann wiederum Menschen infizieren können. Um die Einschleppung und Verbreitung der Erreger zu verhindern, ist es wichtig, sich in den warmen Jahreszeiten auch nach der Rückkehr aus (sub)tropischen Ländern für mindestens zwei Wochen vor Mückenstichen zu schützen, auch wenn keine Krankheitssymptome auftreten.
Ein weiteres wichtiges Thema der Veranstaltung waren die Identifikation von Brutstätten und Handlungsempfehlungen zu deren Vermeidung und Bekämpfung. Die Tigermücke kann jegliche kleinen Wasseransammlungen zur Eiablage nutzen, z. B. Untersetzer, Vasen, Plastikbecher, Regentonnen, Altreifen, Gullys oder Zisternen. Im Gegensatz dazu stellen belebte Gewässer mit natürlichen Fressfeinden keine typischen Brutstätten dar. Um die Ausbreitung der Tigermücke zu verhindern, empfahl die Expertin, Brutstätten wo möglich zu vermeiden und Eier durch Ausspülen mit mindestens 60°C heißem Wasser abzutöten. Wasseransammlungen, die nicht entfernt oder ausgeleert werden können, lassen sich mit dem biologischen Wirkstoff Bti behandeln, der spezifisch gegen Mückenlarven wirkt.
Fokus auf Erkennungsmerkmalen
Am Nachmittag lag der Fokus der Veranstaltung auf den Erkennungsmerkmalen der Asiatischen Tigermücke. Zur Veranschaulichung konnten die Teilnehmenden das von der KABS bereitgestellte Anschauungsmaterial unter Binokularen betrachten. So ließen sich die charakteristischen Merkmale der nur etwa 3 bis 8 mm großen Tigermücke wie die schwarz-weiße Färbung, die fünf weißen Ringel am hintersten Beinpaar mit weißen Fußspitzen und die weiße Rückenlinie erkennen und mit ähnlich aussehenden Arten vergleichen.
Die Veranstaltung verdeutlichte eindrucksvoll, wie wichtig die frühzeitige Erkennung der Asiatischen Tigermücke, das Ergreifen von Maßnahmen und das Thema Aufklärung für den Schutz der öffentlichen Gesundheit ist. Besonders hervorgehoben wurde, dass jeder Einzelne durch einfache Maßnahmen – wie dem Vermeiden und Entfernen kleiner stehender Wasseransammlungen – einen entscheidenden Beitrag zur Eindämmung der Tigermückenpopulationen leisten kann.
Weitere Informationen auch zur Meldung von Funden finden Sie auf der Homepage der KABS e.V. und hier auf der Homepage des Landratsamts
Info:
Die Kommunale Aktionsgemeinschaft zur Bekämpfung der Schnakenplage e.V. (KABS) wurde 1976 zur Vermeidung von Stechmückenplagen gegründet. Das KABS-Gebiet erstreckt sich entlang des Rheins über die Bundesländer Baden-Württemberg, Hessen und Rheinland-Pfalz und zählt heute 94 Mitglieder. Durch die zunehmende Verbreitung exotischer Stechmückenarten hat sich das Aufgabengebiet der KABS u. a. um deren Bekämpfung erweitert.







